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Lehrstunde bei Albert & Co.Albert

Die Mehrzahl der Fleischliebhaber denkt beim Anblick von Rindern möglicherweise an ein saftiges Steak oder einen Rinderbraten. Es gibt eher weniger Menschen, die glauben, man könnte von einem „Rindviech“ etwas lernen.

Albert und seine Familie gehören zur Kategorie von Tieren, die respektlos als „Nutzvieh“ bezeichnet wird. Albert, der Ochse, die Kuh Auguste und ihr Kälbchen Arielle stehen seit Ende August 2014 zusammen auf dem Pferdehof ATLANTIS. Die drei Rinder kommen von einem Hof, wo die Besitzer eine besondere Beziehung zu ihnen hatten und sie schweren Herzens abgaben. Besonders Albert ist ein sehr sanftmütiges und menschenbezogenes Tier. Man kann mit ihm schmusen, auf ihm reiten, eine Kutsche ziehen kann er ebenfalls. Und mit einem Ball spielen, das hat er auch noch drauf!

ArielleWenn man sich die Zeit nimmt, diese Drei mal eine viertel oder halbe Stunde zu beobachten, merkt man, dass ihre Ruhe und ihre Sanftmütigkeit helfen, Stress nach und nach abzubauen. Die Langsamkeit ihrer Bewegungen, der Friede, der sie zu bewohnen scheint, die Harmonie ihres Zusammenlebens, ihre Verbundenheit berühren uns und gehen auf uns Menschen, sofern wir uns darauf einlassen, über.

Diese Tiere leben genussvoll den jetzigen Augenblick, strahlen Zufriedenheit aus und machen sich keine Gedanken über Gestern und Morgen. Man merkt nach einiger Zeit, wie der eigene Stresspegel sinkt und man beginnt sich zu entspannen. Das selbstvergessene Spielen können wir bei Albert abkucken, wie er mit seinem hellblauen Ball spielt, ihn immer weiter mit dem Maul stupst, absichtslos.

Das Tun um des Tuns willen, ohne eine Absicht zu verfolgen oder von einem Ziel getrieben zu sein, empfehlen übrigens auch Wissenschaftler zum Stressabbau!

Fam

Ja, warum sollte man nicht das Leben mal auf Alberts entspannte Art betrachten? Das ist es, was Albert, Auguste und Arielle (und übrigens die Mulis auf der Nachbarweide, unsere Hunde und Katzen ebenso) uns lehren können.


Guismo hat sich eingelebt

GuisSeit dem 19. Juli 2014 ist Guismo in Luxemburg und ein neues Kapitel im Leben dieses gequälten Hundes hat begonnen. Es war eine große Umstellung für ihn, ja, man könnte sicher sagen, Guismo hatte einen Kulturschock bekommen. Alles war fremd: neue Menschen, neue Umgebung, neue Gewohnheiten, daran muss auch ein Tier sich erst gewöhnen. Auch seine neue Familie stand vor einer großen Herausforderung. (Bild: Guismo 2. v.l.)
In den ersten Tagen hat Guismo sich unter den Büschen im Garten eingegraben und ließ sich nur mit Mühe und vielen guten Worten wieder hervorlocken. Er war meist geistesabwesend und schien nur zu wünschen, dass er möglichst in Ruhe gelassen werde. Mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen, guter Führung und sicherem Umgang mit dem Hund schaffte die Familie es, dass Guismo sich entspannte und für neue Erfahrungen öffnete. In nur fünf Wochen hat er erstaunliche Fortschritte gemacht.
Als erstes lernte er, der gewohnt war Tag und Nacht draußen zu sein, dass man durchaus in einem Haus leben kann und dass es angenehmer ist, in einem Hundebett zu schlafen als auf dem nackten Fußboden. Auch mit dem Futter gab es anfangs einige Schwierigkeiten: er verweigerte es, weil es nicht die Nahrung war, die er gewohnt war. Er musste auch erst begreifen, dass sein Futter in einem Napf serviert wurde und nicht auf dem Boden.
Guismo hat die Schwierigkeiten gemeistert, zusammen mit seiner Familie und seinen neuen Hundefreunden, an denen er sich sehr viel orientiert hat. Er ist ein sehr ruhiger, braver Hund und läuft so mit den anderen Hunden der Familie mit durch.

Jetzt geht es Guismo so gut wie wahrscheinlich noch nie zuvor in seinem Leben. Er ist viel wacher geworden, präsenter. Er nimmt jetzt gerne an den Aktivitäten seiner Familie teil - mit den andern drei Hunden steht er parat beim Auto, wenn es zum Spaziergang oder zu einem Ausflug geht. So langsam spürt er wieder Lebensfreude und entdeckt, dass das Leben auch schöne Seiten hat! Guismos weite Reise hat sich gelohnt...


Guismo ist angekommen!

GuismoDer Mischling Guismo ist mit dem Flugzeug aus Tunesien, zusammen mit einigen andern Hunden, in Luxemburg angekommen. Seine Geschichte soll hier erzählt werden, stellvertretend für die Geschichten aller gequälten und misshandelten Hunde.
Guismo hat sechs lange, grausame Jahre bei einem Sadisten die Hölle auf Erden erlebt, bevor er in Margareta Karlssons privates Tierheim kam: ausgehungert und mit Wunden übersät, voller Angst und innerlich gebrochen. Margareta tat ihr Möglichstes um ihn zu pflegen und wieder aufzupäppeln. Da ihr Tierheim seine Tore bald schließen wird, sollte Guismo nicht wieder auf die Straße zurück, wo er der Willkür frustrierter Menschen ausgesetzt war. Er sollte vielmehr seine verbleibenden Jahre in Sicherheit und Geborgenheit verbringen. Doch bevor es soweit war, gab es noch bange Momente zu überstehen. Zwei Gärten des Tierheims wurden zerstört von einer Horde böswilliger Menschen, damit sie die Hunde, die in ihnen lebten, heraus treiben und töten könnten. Dazu muss man erklären, dass Hunde in den arabischen Ländern als die „unreinsten“ Tiere (nach den Schweinen) gelten und nicht einmal als Lebewesen anerkannt sind - willkommene „Objekte“, um Frust abzureagieren. So schnell und so gut wie es möglich war, brachten Margareta und ihre Helfer die Tiere bei Bekannten und Freunden in Sicherheit. Doch für einige, darunter Guismo, war beim besten Willen kein Plätzchen mehr zu finden. Er musste die paar Tage bis zu seiner Ausreise wieder auf der Straße verbringen. Nachts schlief er in Margaretas Auto. Derweil bangten in Luxemburg seine Pflegefamilie und Freunde, die am Schicksal Guismos regen Anteil nahmen, um sein Leben und sein Wohlergehen.

Zum Glück ging alles gut. Guismo ist heil angekommen und hat zusammen mit Margareta sein neues Zuhause erkundet...und für gut befunden! Wie man auf dem Bild sieht, hat er sich ein angenehmes, schattiges Plätzchen gesucht, eine Mulde gescharrt und sich zum Ausruhen zusammengerollt. Seine Ansprüche sind bescheiden: ein gut gefüllter Napf und Zuwendung, dazu ein Plätzchen zum Schlafen. Äußerlich sieht man ihm nicht mehr an, was er durchgemacht hat. Noch ist sein Blick traurig und leer, aber wir hoffen und wünschen, dass sich das bald ändert mit der liebevollen Behandlung, die ihm garantiert zukommen wird. Und dass Guismo im erweiterten Sinne des Wortes “angekommen“ ist!

Guismos Schicksal hat eine glückliche Wende genommen. Das wünschen wir von der Stiftung Atlantis jedem gequälten Tier und wir helfen wo und wie wir können. Wenn jeder mithilft, so wie er die Möglichkeit dazu hat – ja, dann werden wir uns auf unserer Erde viel wohler fühlen!

 

 

Die zweite Chance

Ich erinnere mich an einen Tierarzt, der folgendes Erlebnis erzählte: Leute kamen zu ihm und wollten ihren Hund einschläfern lassen. Der Hund sei zu alt und nicht mehr allzu fit usw. Er ließ sich bereden, dem Leben des Hundes ein Ende zu bereiten, doch der Blick des sterbenden Hundes, voller Fassungslosigkeit und Trauer, ließ ihn nicht mehr los! Das kam mir wieder in den Sinn, weil wir in kurzer Zeit dem Tod wieder zwei Hunde sozusagen von der Schippe weg geholt haben. Beide sollten eingeschläfert werden, nicht weil sie zu alt, zu gefährlich oder todkrank gewesen wären, nein, sie waren ganz einfach "zu viel", "überflüssig" geworden! Man wusste nicht, wohin mit ihnen. Der eine war ein Welpe von etwa 6 Monaten, der auf einer Wiese gefunden wurde, ohne Mikrochip oder Tätowierung. Der Besitzer konnte nicht ausfindig gemacht werden. Das Tier kam also zu einer Pflegefamilie, die eigentlich nichts mit ihm anzufangen wusste und keine Zeit hatte, sich um ihn zu kümmern. Während die Leute arbeiteten, sorgte der lebhafte Welpe nach besten Kräften für Unordnung in ihrer Wohnung. Also legten sie ihn draußen an die Kette!! Da dies keine Lösung war und die Vermittlung etwas dauerte, wollten die Leute dieses junge Tier einfach einschläfern lassen! Der zweite Hund lebte bei einem Ehepaar, beide krank. Sie wollten ihren Hund einschläfern lassen, weil er ihnen zuviel wurde. Der Hund wurde vernachlässigt und sollte nun möglichst schnell aus dem Haus. Der Termin zur Einschläferung stand bei beiden Hunden schon fest.

Warum will der Mensch, der gewiss nicht Herr über Leben und Tod ist, Tieren das Leben einfach wegnehmen? Wie dieser Tierarzt auch, so wissen Tierfreunde, dass Tiere an ihrem Leben hängen, genau wie wir Menschen! Ihnen ist ihr Leben kostbar und sie genießen es, wenn man sie denn lässt! Tiere schätzen es genau wie Menschen, eine neue Chance zu bekommen, denn das bedeutet auch für sie: neue Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten, die neue Lebensfreude mit sich bringen. Die Stiftung tut, was möglich ist, um in Fällen wie diesen zu helfen und es gibt viele Tierschutzvereine, die Hilfe anbieten. Für diese beiden Hunde ist es gut ausgegangen, es sind liebe Tiere und sie sind jetzt in gute Hände vermittelt.

Ende Oktober 2013: Die Katze im Sack.

Diese Geschichte klingt unglaublich, doch sie ist wirklich so passiert. Eine junge Frau ging mit ihrem Hund außerhalb ihrer kleinen Stadt in Richtung Wald spazieren. Von hinten heran kam ein Mann mit einem Sack über der Schulter und zögerte augenscheinlich, sie zu überholen. Als er dann doch zu ihr aufschloss, hörte sie aus dem Sack ein leises, klägliches Miauen. Sie stutzte kurz und redete den Mann an. Es ergab sich etwa folgendes Gespräch: "Haben Sie da eine Katze im Sack??" – "Ja." – "Was wollen Sie denn mit der Katze im Sack?" – "Ich will sie im Wald aussetzen!" – "Waaas? Warum wollen Sie die Katze aussetzen?" – "Meine Frau ist krank und die Katzen müssen weg. Die andere Katze hat die Nachbarin genommen, aber diese hier will keiner haben...". Schlussendlich überredete die junge Frau den Mann, ihr die Katze zu überlassen und sie nahm sie mit nach Hause. Die Katze, eigentlich ein junger Kater, sah elend aus! Voller Flöhe und fast ohne Fell... die junge Frau brachte ihn zum Tierarzt, der ihn erst einmal gegen Ungeziefer behandelte. Die junge Frau hätte den Kater gerne behalten, aber das wäre erst in ein paar Monaten möglich. Folglich hörte sie sich um, wo das Tier untergebracht werden könnte. So kam sie zur Stiftung und der Kater ist jetzt zu einer ihrer Pflegestellen. Er ist seine Flöhe los und ist ein verschmustes Kerlchen, das den Menschen ihren rauen Umgang mit ihm nicht übel genommen hat! Wie gut, dass es Menschen gibt, die genau hinsehen und nachhaken, wenn ihnen etwas auffällt! Das hat dem Tier das Leben gerettet! Hätte er als ziemlich kahle Wohnungskatze überhaupt eine Chance gehabt, draußen zu überleben, jetzt, Ende Oktober?

Ist es nicht unfassbar, dass manche ein Tier wegwerfen wie ein altes Paar Schuhe? Warum tun Menschen so etwas? Grausamkeit, Verantwortungslosigkeit, Dummheit, Hilflosigkeit? Es spricht nicht für unsere Gesellschaft, dass Tiere behandelt werden wie...Müll. Solch ein Umgang mit Tieren zeigt, dass es noch viel zu tun gibt und viel Aufklärung zu leisten ist. Tierschützer sind keine Spinner mit einem etwas speziellen Hobby, sondern haben ihren vollauf berechtigten Platz in der Gesellschaft.

Tutu nimmt das Taxi

TutuDie meisten Ereignisse treffen uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel. So erging es mir an einem klaren Februartag.
Vor drei Wochen hatten wir einen achtjährigen schwarz-weißen Kater mit Namen „Tutu“ adoptiert und zum Eingewöhnen im Haus gehalten. Jetzt war es an der Zeit, dass er die Umgebung des Hauses näher kennen lernen sollte. Der pummelige Tutu, vom Wesen her eher bedächtig, folgte mir etwas ängstlich auf die Terrasse und sah sich vorsichtig um. Dann: ein unerwartetes, laut schepperndes Geräusch in der Nähe erschreckte Tutu und wie ein Blitz sauste er in den Garten hinein, hatte im Nu den Gartenzaun am hinteren Ende überwunden und war in Sekundenschnelle aus meinem Blickfeld verschwunden. Überrascht und verdattert stand ich da und wusste nicht, wie mir geschah.
Später, alles Rufen und Suchen war vergebens gewesen, versuchte ich mir einzureden, dass Tutu seinen Weg schon zurückfinden würde, wenn er sich beruhigt und von seinem Schrecken erholt hatte. Doch ein Tag verging, zwei Tage vergingen, von Tutu immer noch keine Spur! War ihm etwas passiert, lag er womöglich in einem Straßengraben, verletzt, von einem Auto angestoßen während seiner panischen Flucht? Hatte ihn jemand gefunden und zum Tierarzt oder ins Tierheim gebracht? War er irgendwo eingesperrt? Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Ich rief Tierärzte und Tierheime in der Nähe an, fragte bei der Gemeinde nach. Im Radio kam die Durchsage über unsern vermissten Kater, Steckbriefe wurden in der Nähe des Hauses aufgehängt, ich suchte im Internet nach Hinweisen und Ratschlägen, bekam viele Tipps, was ich noch unternehmen könnte, um das Tier wieder zu finden: alles ohne Erfolg, Tutu war und blieb wie vom Erdboden verschluckt.
Zwei Monate waren vergangen, während denen ich die Hoffnung, Tutu wieder zu sehen, aufrecht hielt, manchmal nur mit Mühe.
Dass man die Hoffnung nie aufgeben soll, bestätigte sich alsbald!
Genauso unvermittelt wie Tutu verschwunden war, tauchte er wieder auf. Die Tierärztin, die uns Tutu vermittelt hatte, rief an: “Tutu ist gefunden“ und gab mir die Telefonnummer der Frau, die ihn gefunden hatte. Ein Telefonat, und eine Stunde später hielt ein Wagen vor der Tür und diese nette Frau brachte mir Tutu zurück!! Und er schnurrte, er freute sich genauso wie wir, dass er wieder Zuhause war. Etwas mager war er bei seinem unfreiwilligen Abenteuer geworden und so machte er sich ohne Umschweife über sein Futter her.
Nach seiner panikartigen Flucht hatte Tutu offenbar den Weg zurück zu uns nicht mehr gefunden: er hatte ja keine Gelegenheit gehabt, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen. Also ist er zurück zu seiner früheren Besitzerin etwa 10 Kilometer weit gewandert und stand dann bei deren Nachbarin auf der Matte...die Nachbarin, die Tutu gut kannte, rief unsere Tierärztin, bei der auch ihre Tochter Kundin war, an und so nahmen die Dinge ihren (diesmal glücklichen) Lauf. So kam es, dass Tutu mit dem „Taxi“ doch nach Hause gefahren wurde!
Seit diesem Tag ist Tutu nicht mehr weggelaufen. Seinem gemütlichen Naturell gemäß verlaufen seine Tage nach immer dem gleichen Muster: abends draußen Mäuse jagen, morgens sitzt er dann pünktlich zum Frühstück vor der Verandatür. Dann wird im Wohnzimmer geschlafen bis zum späten Nachmittag. Wieder Fressen, ein kleiner Spaziergang, sich ein bisschen die Zeit vertreiben, bis es wieder Abend wird und die Mäusejagd ruft.
Ende gut, alles gut...und möge es lange so bleiben!

 

Herrenlose Katze in desolatem Zustand gefunden
Mauseli war in einem schlimmen Zustand: zerzaust, schmutzig, halb verhungert und offene Wunden im Mäulchen. So hatten tierliebe Menschen sie Mitte September gefunden und zu einer Tierärztin gebracht; von dort aus kam sie zu unserer luxemburgischen Pflegestelle. Nach 2 Wochen Pflege hat sich Mauseli erholt, die Wunden sind verheilt, sie hat zugenommen und ihr Fell ist wieder schön. Auf unserer Pflegestelle wurde wieder ganze Arbeit geleistet!
Es lohnt sich unbedingt, sich um ein verwahrlostes Tier zu kümmern und ihm neue Lebensfreude zu schenken, Mauseli dankt es mit Schnurren und Schmusen! Es muss unbedingt erwähnt werden, dass die Finder dieser Katze die Tierarztrechnung aus eigener Tasche bezahlt haben. Es freut uns besonders, dass Menschen nicht einfach wegschauen, wenn ein Tier in Not ist, sondern Verantwortung übernehmen und auch, wenn sie die Katze nicht selbst aufnehmen können, doch ihren Möglichkeiten gemäß für das Tier sorgen!

Ältere Tiere sind auch ok!

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Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ein kleiner, gemütlicher und glücklicher Hund. In Ihrem Zuhause wohnt nur noch Herrchen, auch schon etwas älter und Sie beide bilden seit Jahren eine eingeschworene Wohngemeinschaft. Herrchen ist den ganzen Tag zuhause und leistet Ihnen Gesellschaft, lässt Sie ab und zu in den Garten und sorgt, dass Ihr Futternapf gut gefüllt ist. Meistens jedoch sitzt Herrchen auf dem Sofa vor dem Fernseher und sagt etwa, indem er Sie sanft streichelt: “Na, wir zwei Alten machen es uns jetzt so richtig gemütlich...jaja, ein Feiner bist du, ein feines Hundchen...“. Vielleicht verstehen Sie die Worte nicht, aber Sie spüren das Wohlwollen, die Liebe Ihres Herrchens und Sie fühlen sich rundum zufrieden und geborgen. So vergeht ein Tag nach dem andern in der regelmäßigen Wiederkehr von Fressen, Garten, Streicheleinheiten und lieben Worten...
Hund_2Doch eines Tages ist alles anders. Herrchen fühlt sich nicht wohl und hat den Arzt gerufen. Kurze Zeit später kommt ein Krankenwagen und nimmt Herrchen mit. Sie bleiben allein zurück und warten, warten, warten...

Am nächsten Tag hören Sie fremde Schritte im Flur. Ihre Enttäuschung ist groß, dass es nicht Herrchen ist, sondern der Nachbar, der Sie ohne viel Worte unter den Arm nimmt, ins Auto setzt und zu einem großen Haus fährt, wo schon viele Hunde bellen. Dort werden Sie mit den Worten empfangen:“ Oje, schon wieder so ein armes Tier, dessen Herrchen gestorben ist...schon recht alt... fast unmöglich zu vermitteln. Ich wüsste nicht, wer so ein altes Tier adoptieren wollte!“ Sie verstehen zwar die Worte nicht, spüren aber Hoffnungslosigkeit und Resignation und dass es nicht gut für Sie aussieht.
Wie würden Sie sich fühlen?Hund_3

So ergeht es vielen älteren Hunden (und auch Katzen): jahrelang sind sie die (oft) einzige Freude älterer Menschen, dann gerät ihr Leben urplötzlich aus den Fugen, weil der Besitzer nicht mehr imstande ist, sich selbst noch sein Tier zu versorgen, ins Pflegeheim muss oder stirbt. Diese alten Tiere sind unverschuldet in Not geraten!
Was spricht dagegen, auch einmal einem älteren Tier eine Chance auf einen schönen Lebensabend zu geben? Ältere Tiere sind oft noch fit und verspielt, sie sind ruhiger und meist sehr gute, erfahrene Weggefährten. Auch wenn man dieses ältere Tier nicht noch 10 Jahre bei sich haben wird, so ist es doch die Qualität der Zeit, die man miteinander verbringt, die zählt. Wichtiger als Alter, Rasse und Farbe ist die Harmonie, die Übereinstimmung zwischen Tier und Halter. Deshalb kann man auch mit einem älteren Tier glücklich werden! Die grenzenlose Dankbarkeit dieses Tieres ist seinem Besitzer gewiss - und das ist doch eine schöne Sache!Hund_4

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ein einsamer, trauriger alter Hund, der sein Zuhause verloren hat, im Tierheim sitzt und Tag um Tag wartet und...dann kommt ein Mensch, der zeigt auf Sie und ruft: „Den Hund da, den nehme ich mit, der gefällt mir!“ und adoptiert Sie vom Fleck weg!
Wie würden Sie sich jetzt fühlen?

 

Princess die „Therapiekatze“

Als Princess zu einer Pflegestelle der Stiftung kam, ahnte sie noch nicht, dass sie demnächst einen Beruf haben würde.
Als hübsches Katzenmädchen war Princess von ihrer Familie über die Maßen verwöhnt worden...bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich ihre Besitzer scheiden ließen. Jetzt war sie erst einmal damit beschäftigt, sich auf der Pflegestelle einzuleben, die neuen Eindrücke zu verarbeiten und sich mit den andern Katzen zu arrangieren. Es fiel ihr nicht schwer, die neuen Menschen, die sie umgaben, für sich zu gewinnen, da sie sehr zugänglich, menschenbezogen und verschmust ist.
Dann kam eine Anfrage eines Pflegeheims aus Luxemburg: gesucht wurde eine liebe, verschmuste Katze, die den Menschen auf einer Pflegeeinheit wieder Freude und Interesse am Leben zurückbringen sollte. Das war eine Aufgabe für Princess: sie brachte die besten Voraussetzungen für diesen Job mit. Als Wohnungskatze hat sie die Welt draußen nie kennen gelernt und würde sie auch nicht vermissen. Und da ihre Lieblingsbeschäftigung Schmusen und Gestreicheltwerden ist, würde sie voll auf ihre Kosten kommen!
Princess ist Anfang September ins Pflegeheim gezogen. Sie hat sich auf ihrem „Arbeitsplatz“ sofort wohl gefühlt und alle Herzen im Sturm erobert! Die Pflegerinnen und Pfleger sind begeistert und bezeichnen Princess als „Glücksfang“. Das sind optimale Voraussetzungen dafür, dass sie den alten und pflegebedürftigen Menschen dort mit ihrer verschmusten Art viel Freude schenken wird! Und Princess kommt ihrer Aufgabe mit Begeisterung nach, springt hier jemandem auf den Schoß und lässt sich streicheln, schleicht da einem anderen um die Beine und schnurrt...
Es ist ja mittlerweile durch Studien belegt, dass der Kontakt mit Tieren einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und Lebensfreude (nicht nur) älterer und kranker Menschen hat: wir freuen uns also riesig, dass Princess jetzt den Menschen dort viele Lichtblicke ins Herz und in den Alltag zaubern wird. Wir hoffen auch, dass dieses Beispiel Schule machen wird und dass andere Institutionen ebenfalls „Therapietiere“ aufnehmen werden.


Paula in Not - das Happyend!

PaulaPaula, die ältere schwarze Hundedame, hat ihr Herrchen wieder! Sie war im Dorf streunend gefunden und im Kleintiergnadenhof der Stiftung abgegeben worden. Unser Hof ist allerdings nicht eingerichtet um Hunde aufzunehmen; so wurde Paula provisorisch zu einer Familie gegeben. Ein Steckbrief wurde an alle uns bekannten Tierfreunde geschickt. Zeitgleich bemühte sich Paulas Herrchen darum, seine Hündin wieder zu finden: er meldete seine Hündin als vermisst bei Polizei und Tierheimen und verteilte seinerseits Steckbriefe. Die Dame, die Paula gefunden hatte, erkannte Paula sofort auf dem Flyer und so kam es, dass Herrchen und Hündin sich sehr schnell wieder hatten.

Aus 2 mach 50...

Es begann ganz harmlos: Menschen holten sich 2 süße Kaninchen als Gesellschaftstiere in die Wohnung. Der Tierfachverkäufer hatte ihnen 2 Weibchen verkauft. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass es ein Pärchen war, das auch prompt Nachwuchs bekam...Die Besitzer wandten sich an das Tierfachgeschäft, in dem sie die Tiere gekauft hatten und wurden abgewiesen. Das Geschäft wollte keine Verantwortung übernehmen und nahm auch den Wurf nicht an. Jetzt fühlten sich die Kaninchenbesitzer im Stich gelassen, sie resignierten und ließen den Dingen ihren natürlichen Lauf...bis eine Tierschützerin bei einem Besuch die unhaltbaren Zustände entdeckte: etwa 50 Kaninchen hoppelten in der Wohnung herum!

Jetzt musste schnell gehandelt werden: ungefähr 20 Kaninchen wurden sofort vermittelt, die Stiftung konnte die restlichen Tiere übernehmen. In Windeseile hatte das Team der Stiftung einen Raum mit getrennten Gehegen hergerichtet. Als die Kaninchen ankamen, stand schon ein Spezialist parat, um die Tierchen nach Geschlecht zu trennen. Dann durften sie ihr neues Quartier beziehen. Es machte viel Freude zu sehen, dass die Hasen den Transport und den damit verbundenen Stress gut überstanden hatten und sofort munter herumhoppelten und spielten. Die Rammler werden nun kastriert werden, bei den Weibchen muss man abwarten, ob noch einige tragend sind.

Nach einer gewissen Zeit in Quarantäne steht dann der Vermittlung dieser hübschen und munteren Tiere nichts mehr im Wege! Dies ist eine der Situationen, vor der Tierschützer öfter stehen und die vermeidbar gewesen wäre. In einer solchen Lage muss man unbedingt sofort reagieren: den Rammler kastrieren lassen (und sicherstellen, ob in dem Wurf nicht auch ein Rammler ist). Um Hilfe zu erhalten, kann man sich an einen Tierschutzverein wenden, eine Tierarztpraxis oder ein Tierheim!

Zwei, die nicht aus Idesheim weg wollen...

Katzen können durchaus ihre eigenen Vorstellungen haben, wo sie leben möchten. Wir planen zwar für sie, aber manchmal bringen sie uns auf ihre Art bei, dass sie unsere Sicht der Dinge nicht teilen. Das zeigten uns in diesem Monat Susi und Jack. Da sie gesund sind und recht lieb, war es klar, dass sie vermittelt werden sollten.

Schon vor längerer Zeit sind die Beiden als junge Tiere auf dem Kleintiergnadenhof der Stiftung abgegeben worden. Sie haben sich dort gut eingelebt und die Zeit des Wartens auf eine neue Familie ist ihnen nicht lang geworden, da sie Freigang haben und ein normales Katzenleben führen. JackBesonders Jack hatte sich im Laufe der Monate eng an die Tierpflegerin des Gnadenhofes angeschlossen, war zutraulich und lieb und nutzte jede Gelegenheit, um sich in ihre Wohnung zu schleichen. Endlich hatte eine Vermittlungsanzeige für Jack Erfolg und er wurde an eine nette ältere Dame vermittelt, die sich sehr auf ihn freute. Doch Jack war gar nicht erfreut, versteckte sich in ihrer Wohnung eine ganze Woche lang und sein neues Frauchen sah ihn kein einziges Mal. Wäre nicht sein Napf blitzblank geleckt und das Katzenklo benutzt gewesen, niemand hätte geahnt, dass eine Katze im Haus lebte. Wir waren alle bass erstaunt, denn so kannten wir Jack gar nicht! Nach Rücksprache mit der Stiftung wurde der Kater wieder zum Gnadenhof zurückgebracht, wo er sich sofort wieder in den alten, zutraulichen Jack verwandelte. Er freute sich sichtlich wieder da zu sein, wo er sich Zuhause fühlt! SusiSusi, das weiß-getigerte Katzenfräulein, hat eine andere Strategie angewandt, um dort zu bleiben, wo sie sich wohl fühlt. Dreimal meldeten sich Interessenten für sie. Doch jedes Mal, wenn Susi abgeholt werden sollte, war sie verschwunden, einfach unauffindbar! Sobald die "Gefahr" vermittelt zu werden, vorbei war, tauchte Susi wieder auf!
Hat sie einen sechsten Sinn, der sie gewarnt hat?

Susi und Jack sind aus der Vermittlung herausgenommen worden und dürfen selbstverständlich in Idesheim bleiben. Sie gehören einfach dorthin. Was wäre schließlich ein Gnadenhof ohne eigene Katzen, die unsere Besucher schon vor dem Haus empfangen?

Über Vermittlungen...Huehner

Das haben wir nicht alle Tage: 40 Hühner waren plötzlich verwaist, als ihr Besitzer verstarb und niemand sie übernehmen konnte oder wollte. Die Tiere mussten untergebracht werden...

Wenn wir von Katzen in Not erfahren, haben wir die Möglichkeit, sie im stiftungseigenen Kleintiergnadenhof unter zu bringen und können dann in Ruhe eine geeignete Familie für sie suchen, ebenso für Kaninchen und Meerschweinchen. Bei Anfragen für landwirtschaftliche Tiere in Not dagegen stehen wir jedes Mal vor einer neuen Herausforderung...Da sind viele Anrufe auf dem Programm, viele Anfragen zu tätigen, bis adäquate Plätze für diese Tiere gefunden sind.
Als mehrere Privatleute sich bereit erklärten, Hühner aufzunehmen, wurden die 40 Hühner in kleine Gruppen aufgeteilt und zu ihnen gebracht. Eine größere Schar von 15 Hühnern und einem Hahn kam zu einer jungen Familie auf den Hof, wo sie sich gut einlebten und nach einer Woche Quarantäne den andern Hofhühnern zugesellt wurden. Besonders gut finden wir, dass der kleine Sohn sich über seine eigene Hühnerschar freut und in die Haltung der neuen Hühner mit einbezogen wird. Kinder können nie zu früh lernen, dass Tiere auch Wesen mit Gefühlen sind und dementsprechend gut behandelt werden sollen!
Übrigens: wenn wir so genannte Nutztiere vermitteln, stellen wir natürlich sicher, dass sie artgerecht gehalten werden und nicht im Kochtopf landen!

4 KatzenVier auf einen Schlag!

Ja, so sieht es aus, wenn vier Katzen auf einmal adoptiert werden: drei in Transportkörben im Kofferraum, eine auf dem Beifahrersitz. Diese vier werden bald in ihrem neuen Zuhause auf einem Bauernhof in den Ardennen angekommen sein. Eine nette Familie, Freiheit und Abenteuer in Wiesen und Feldern warten auf sie und wohl auch viele Mäuse in den Ställen und Scheunen. Freigang sind sie ja gewohnt, denn unsere Katzen werden im Kleintiergnadenhof der Stiftung so gehalten, wie es ihrer Art entspricht: sie leben das gleiche Leben, das sie auch später bei ihrer Familie haben werden, d.h. soviel Kontakt mit Menschen wie sie möchten, volle Futternäpfe undMaya kuschelige Schlafplätze drinnen, soviel Wechsel von drinnen nach draußen und umgekehrt wie es ihnen beliebt. So ist die Zeit des Wartens auf ein neues Zuhause für die Tiere so angenehm wie möglich. Diese idealen Bedingungen haben insbesondere diese zwei der vier neu Adoptierten, Diesel und Maya (rechts), geschätzt, denn sie warten schon länger auf eine neue Familie. Deshalb freuen wir uns besonders für sie, und auch weil die beiden aus der gleichen Familie stammen und jetzt zusammen bleiben dürfen.
Vier Katzen im Glück und Glück für vier andere Katzen in Not, für die ein Plätzchen im Kleintiergnadenhof frei geworden ist!

Wie Nino zu uns kam...Nino

Eigentlich wollten wir uns keinen dritten Hund zulegen – aber es kam anders! Nino kommt (ins Haus) zu uns

SnoopyVor einigen Monaten fand ich in meiner Mailbox einen Notruf: zwei kleine Hunde brauchten dringend ein neues Zuhause, denn ihr Herrchen war gestorben. Jetzt warteten die armen Kerlchen im Tierheim, dass jemand sie beide, die ein Leben lang zusammen gelebt hatten, aufnehmen würde. Snoopy (Foto links) war 14 Jahre alt und Nino war 12. Das sah schlecht aus: es würde sehr schwierig sein, jemanden zu finden, der bereit war, gleich zwei Senioren zu adoptieren. Der kleine Pudel Nino sah so lustig aus und der Westie Snoopy so liebenswert und sanft - irgendwie musste man doch den beiden helfen. Beide konnten wir nicht in unsere Familie aufnehmen. So fragten wir eine Freundin, ob sie denn einen von ihnen in Pflege nehmen könnte, bis wir jemanden für die beiden finden würden. So kamen beide erst einmal ein paar Tage zu uns, dann sollte Snoopy zu der Freundin kommen, so leid es uns auch tat, die beiden trennen zu müssen.

Vermittlungs- und Erziehungsversuche

Nun begann die Suche nach Adoptanten, Steckbriefe wurden verschickt, im Internet veröffentlicht, an verschiedenen Stellen ausgelegt: erst einmal ohne Resultat. Zwischenzeitlich wurden die beiden aufgepäppelt, der total verfilzte und unansehnliche Nino kam zum Hundefriseur und zum Tierarzt.
Wir hatten also Zeit, uns kennen zu lernen. Die erste Überraschung war, dass Nino und Snoopy sich gar nicht so sehr liebten, wie wir es erwartet hatten. Nino schien genervt, dass Snoopy immer hinter ihm her trottete und auf der Hundedecke neben ihm liegen wollte - er knurrte ihn ausgiebig an. Die zweite Überraschung war, dass Nino auch gegen uns knurrte, wenn wir ihn streichelten...und das jedes Mal! Er kam zu uns, um sich einige Streicheleinheiten abzuholen, nach ein paar Sekunden begann er dann zu knurren und steigerte sich dann da hinein. Das war jedes Mal wie eine kalte Dusche! Würde er vielleicht auch beißen?
Ansonsten vertrug er sich gut mit unsern zwei eigenen Hunden, ließ die Katzen in Ruhe, war fit, ging gerne spazieren und lief gut an der Leine, fuhr ohne Probleme im Auto mit und er zeigte auch deutlich seine Anhänglichkeit.
Ich war ratlos! Wem konnte man einen Hund mit einigen guten Eigenschaften, aber doch so grantig und launisch, vermitteln? Familien mit Kindern kamen da nicht in Frage. Vielleicht ein ruhiges Rentnerpaar mit viel Hundeerfahrung?
Ich nahm meine Hunderatgeber aus dem Bücherregal und hoffte auf Hinweise, weshalb Nino so reagierte und wie man ihm das abgewöhnen konnte. Was schließlich half, war folgendes: mit Streicheln aufhören, bevor er anfing zu knurren und ihn einfach ignorieren.
Inzwischen hatte sich doch eine nette Dame bei der Stiftung gemeldet, die beide Hunde adoptieren wollte, weil es ihr leid tat, dass sie getrennt waren. Snoopy kam also wieder zu uns – aber er war Nino nicht willkommen und der knurrte ihn böse an. Damit nicht genug: er knurrte auch sein vielleicht zukünftiges Frauchen an, als sie ihn streicheln wollte. Ratlosigkeit und Überlegungen unsererseits, dann sagte die Dame lächelnd: “Nino will gar nicht adoptiert werden, der hat sein Zuhause hier bei Ihnen gefunden!“ So nahm sie nur Snoopy mit, von dessen Sanftmut und Freundlichkeit sie begeistert ist.
Auch ein weiterer Vermittlungsversuch schlug fehl.Nino_2

Nino bleibt bei uns

Nino hat sich mittlerweile gut eingelebt und knurrt nur noch selten. Sein Vertrauen zu uns ist gewachsen und wir möchten ihn nicht mehr missen. Er ist jetzt ein fröhlicher und begeisterungsfähiger Hund, der keine Gelegenheit auslässt, um uns seine Anhänglichkeit zu zeigen. Jetzt, wo er sicher ist, dass er hier bleiben kann, ist er mit jedem Besucher ausnehmend charmant und liebenswürdig... Wir haben gelernt, ihn so zu nehmen wie er ist und gestehen ihm zu, dass er an und ab abends mal knurrt, wenn er sich in seiner Ruhe gestört fühlt.

Die „Moral von der Geschicht“

Wir sind nicht die einzigen, ¨die auf den Hund gekommen“ sind, ohne es eigentlich zu wollen. Es heißt ja, dass Hunde ihre Herrchen aussuchen und nicht umgekehrt! Hunde haben so ihre Tricks, um den Menschen, den sie sich ausgesucht haben, zu erobern, das haben wir als Pflegestelle bei Hundevermittlungen öfter beobachten können. Ich habe so den Verdacht, dass Hunde viel klüger sind, als wir glauben und viel mehr auf ihr Bauchgefühl hören als wir Menschen.

Manchmal dauert es ein bisschen, bis hund seine auserwählten Herrchen und Frauchen überzeugt hat, dass er der Richtige ist. Aber Hauptsache - Happyend!

Kleine blinde Katze Katze_blind

Als wir erfuhren, dass eine blinde, abgemagert Katze in einem Wald gefunden wurde, war sofort klar, dass wir dieses Tier abholen und in den Gnadenhof der Stiftung bringen würden. Wir erfuhren mehr über sie: sie wurde blind und mit gezogenen Krallen fernab von jeder menschlichen Besiedlung im Wald ausgesetzt, mit der klaren Absicht, dass sie dort elend zugrunde gehen sollte. Sie irrte tagelang umher, bis Spaziergänger sie fanden und im Tierheim abgaben.
Wie würde dieses gequälte Wesen jetzt auf Menschen reagieren? Misstrauisch? Scheu? Apathisch? Nein, gar nicht - die Katze bezauberte das ganze Team der Stiftung durch ihre unkomplizierte, sanftmütige Art. Es fanden sich auch sofort nette Menschen, die sie adoptierten: eine Chance für ein behütetes Leben mit viel Liebe als Wiedergutmachung für die erlittenen Grausamkeiten.

Es ist unfassbar, was dieser kleinen Katze angetan wurde und doch zeigt sie absolut keine Angst und keine Aggressivität gegenüber Menschen. Im Gegenteil: sie sucht die Nähe zum Menschen und sie liebt es, gestreichelt zu werden. Wenn sie angesprochen wird, antwortet sie mit einem leisen Miau. Wie ist das möglich? Liegt es daran, dass Tiere viel mehr in der Gegenwart leben als wir Menschen: dass sie Vergangenes vergangen sein lassen und den Augenblick genießen? Das können wir Menschen uns doch von den Tieren abschauen!

Katzenschicksal

„Ich bin Mimi und das ist meine Geschichte:Mimmi

Viele Jahre lang war meine Welt in Ordnung. Ich lebte mit meiner Freundin Bianca und einigen andern Katzen bei unserem betagten Frauchen in ihrem Haus. Wir verbrachten unsere Tage damit, in der Natur herumzustreunen, auf der Lauer zu liegen und zu jagen. Wenn uns danach war, dösten wir im geschützten Garten ungestört in der warmen Mittagssonne. Und wenn wir dann müde und hungrig waren, erwartete uns Frauchen zuhause mit Futter und Streicheleinheiten und jede Katze hatte ein gemütliches Schlafplätzchen. Ab und zu kam eine nette junge Frau, die zu unserm Frauchen „Großmutter“ sagte und ein bisschen mit uns spielte, während sie sich mit Frauchen unterhielt. Ein gutes Katzenleben hatten wir, wahrhaftig!
Doch vor kurzer Zeit geriet unsere wohlgeordnete Welt urplötzlich aus den Fugen: unser Frauchen wurde ins Altersheim gebracht! Das Haus, das unser Zuhause war, wurde verkauft...als wir miauend vor der Haustür standen, öffnete ein fremder Mensch und jagte uns laut schimpfend davon! Wir Katzen verstanden die Welt nicht mehr...wo sollten wir bleiben?
BiancaSpäter an diesem schrecklichen Tag kam die nette junge Frau vorbei und rief nach uns. Sie war sichtlich schockiert über unsern Rauswurf, aber sie hatte uns Futter mitgebracht. Sie tröstete uns und sagte, sie sei auf der Suche nach einem neuen Zuhause für uns, aber leicht sei das nicht. Nach einiger Zeit kam sie mit einigen Körben wieder, in die sie uns lockte und einsperrte. „Alles wird gut“, meinte sie, „ihr dürft nach Idesheim“. Bianca, die Ängstlichste von uns allen, miaute trotzdem zum Steinerweichen! Dann kamen wir ins Auto und es dauerte eine geraume Weile, bis wir mit den Körben ausgeladen und endlich aus diesen befreit wurden. Wir fanden uns in einem Zimmer wieder, neue Menschen, neue Katzen sahen uns neugierig, aber freundlich an...ja, das ist jetzt unser provisorisches Zuhause, in dem wir bleiben dürfen, bis eine gute Familie für uns gefunden wird!

Ich kann nur sagen: ein Glück, dass es solch einen Gnadenhof gibt, der sehr schnell Katzen in Not wie uns aufnehmen kann! Was wäre sonst aus uns geworden?“

MaxouMaxou

Diese Geschichte ist aus dem wahren Leben, so geschehen in Nordfrankreich:
Ein älterer Mann lebte abseits vom Dorf in seinem kleinen Haus. Keine Verwandten, keine Freunde, als Gesellschaft hatte er nur den kleinen Mischlingshund Maxou. Der war auch schon recht betagt mit seinen 15 Jahren und blind obendrein.

Nun starb der Mann. Es dauerte 8 Tage, bis man ihn fand. Der Hund lag neben seinem toten Herrchen.
Der Mann wurde begraben, das Haus leer geräumt. Etwas blieb übrig...Maxou! Wohin mit dem Hund? Alt, blind und verwahrlost wie er war, wollte keiner ihn haben. Also ab ins Tierheim! Da hockte er nun in einem Zwinger und harrte geduldig und ergeben der Dinge, die da kommen sollten. War das der Lohn dafür, dass er jahrelang der treue Gefährte und die einzige Freude eines einsamen, alten Mannes gewesen ist?
Ein Inserat in der Zeitung brachte die Wende: eine Frau ließ sich nicht von Maxous verwahrlostem Zustand und seinem Alter beeindrucken und holte ihn zu sich... Nun lebt Maxou mit seinen neuen Besitzern in dörflicher Umgebung und hat das wohlverdiente Glück, seinen Lebensabend verwöhnt und umsorgt zu verbringen!

Weihnachten wieder zuhause...Bobby

Dieser Traum erfüllt sich heute am 23. Dezember 2011 für Bobby, der seit 2 Jahren in einem französischen Tierheim lebt. Normalerweise ist ein solch süsser, kleiner Wuschel nach ein paar Wochen vermittelt, doch Bobby hat eine Macke, die dieses erfolgreich verhindert hat: er lässt sich von niemandem anfassen.
Da ein neuer Heimtierleiter angefangen hat, der drastisch sparen will, ist zu befürchten, dass die älteren und unvermittelbaren Tiere eingeschläfert werden. Aus diesem Grund hat die Tierschützerin Marianne Bobbys früheren Besitzer angerufen und dabei stellt sich folgendes heraus: vor 2 Jahren musste der allein stehende Mann plötzlich in die Klinik und da niemand sich um den Hund kümmern konnte oder wollte, brachte seine Nichte den Hund einfach ins Tierheim. Als der Mann wieder aus der Klinik entlassen wurde, erzählte sie ihm, Bobby sei inzwischen vermittelt.

Natürlich möchte der Mann seinen kleinen Hund wieder aufnehmen, doch er bezieht nur eine kleine Rente und kann die Rückgabegebühr nicht aufbringen. Marianne fragt sofort bei der Stiftung an, ob diese die Gebühr übernehmen könnte. Inzwischen hat sie schon ein Hundekörbchen und Hundefutter organisiert. Am Abend bringt Marianne den Hund zu seinem Besitzer und es gibt ein emotionsgeladenes Wiedersehen: Herrchen weint vor Freude und Bobby umspringt ihn überglücklich. Der Hund hat trotz 2 langen Jahren der Trennung sein Herrchen wiedererkannt und sofort seine alten Gewohnheiten wieder aufgenommen!
Es sieht so aus, als ob die beiden einfach dort weitermachen, wo sie vor zwei Jahren unfreiwillig aufgehört hatten...Weihnachten kann kommen!